Alex Prüller - Die Neue Wirklichkeit

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EINE ZUKUNFTSVISION DER FRAUENREFERENTIN
der STADT BRUCK AN DER MUR
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EINE ZUKUNFTSVISION DER FRAUENREFERENTIN
DER STADT BRUCK AN DER MUR
8Hintergrund die neue Wirklichkeit Bruck Mur
Hintergrund die neue Wirklichkeit Bruck Mur
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ALEX PRÜLLER
Gemeindebedienstete
Nach der Trennung von meinem Partner musste ich durch eine schwierige und herausfordernde Zeit, die mich sowohl psychisch als auch körperlich überforderte und mich oft völlig an meine Grenzen brachte. Ich kämpfte um das Sorgerecht meiner beiden Kinder und um mein Zuhause, auch die finanzielle Situation war eine sehr angespannte. Mein Leben als alleinerziehende Mutter wurde täglich von Terminen bestimmt. Es war wahnsinnig anstrengend und oft hatte ich nicht einmal mehr die Zeit und die Kraft, mit meinen Kindern zu spielen!
 
Viele private als auch berufliche Sorgen haben mich oftmals bis in die Nacht beschäftigt und ich machte mir laufend Gedanken darüber, was und wie ich es noch besser machen könnte. Dadurch bin ich in einen negativen und überfordernden Sog geraten. Auch seitens unserer Gesellschaft habe ich zum Thema „Mutter sein“ eine sehr hohe Erwartungshaltung gespürt, sodass es dadurch immer schwieriger wurde, den Alltag zu bewältigen. Für meine Hobbys, eine berufliche Weiterbildung und die Erfüllung meiner eigenen Bedürfnisse als Frau blieb weder die Zeit noch die Kraft übrig.
 
Mittlerweile habe ich auch gelernt, Hilfe und Unterstützung anzunehmen, mir Freiräume zu schaffen und Prioritäten zu setzen. Es ist ein laufender Lernprozess, Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen zu können und dabei den eigenen Interessen auch noch den nötigen Platz zu geben.
 
Außerdem habe ich meinen Blickwinkel auf viele Dinge verändert. Ich weiß jetzt, dass ich meine Aufgaben nicht alle perfekt erledigen kann, aber ich kann sie guten Gewissens jeden Tag „so gut es mir möglich ist“ schaffen und das macht einen großen Unterschied aus.
 
Derzeit ist unsere Zeit bedingt durch Corona noch herausfordernder als sonst. Ich gehe respektvoll damit um, lasse mich dadurch aber nicht mehr stressen. Denn bisher habe ich meine Nachmittage hauptsächlich damit verbracht, als Lehrerin zu fungieren.
 
Ich bin der Meinung, wir Mütter sollten uns öfter erlauben, aus der Mutterrolle herauszutreten, um auch weiterhin „Frau“ sein zu können. Wir müssen lernen, uns um die Vorwürfe „egoistisch und karriereorientiert zu sein“, nicht mehr zu kümmern.
 
Zusammengefasst wünsche ich mir in der „neuen Wirklichkeit“, dass wir Mütter uns mehr Freiräume schaffen und uns dabei auch gegenseitig unterstützen, damit wir nicht nur Mutter sondern auch Frau sein können. Ich wünsche mir, dass die Menschen in unserem Umfeld und die Gesellschaft mehr Verständnis für oft sehr schwierige Situationen, mit denen nicht nur ich, sondern auch andere Mütter, tagtäglich kämpfen, zeigen. Ich wünsche mir vor allem mehr Wertschätzung für die Leistungen, die wir Mütter tagtäglich erbringen!
 
Alexandra Prüller, Gemeindebedienstete der Stadt Bruck an der Mur, Mutter von zwei Kindern
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